Am 21. Oktober lud die Wohnbau Oberriexingen 100 BürgerInnen zu einem Bürger-Investor-Dialog in die Friedrichstraße 20 ein. Die W.O. hatte Anfang des Jahres das Gelände zwischen Grabenstraße, Friedrichstraße und Heilbronnerstraße gekauft, um dort ein Quartier zu entwickeln. An dem Abend kamen viele Ideen von den Anwesenden und auch Kim Hasenhündl, Geschäftsführer der W.O., präsentierte seine Vorstellungen. In drei Räumen des alten Eckhauses, das unter Denkmalschutz steht und auch bestehen bleiben wird, standen drei Themen zur Diskussion: 1. Welche Nutzung es für die denkmalgeschützte Immobilie geben soll; 2. Welcher Gewerbe- und Einzelhandel soll es in dem Quartier geben; 3. Wie wollen Sie künftig in dem Quartier wohnen.

Beim Bürger-Investor-Dialog hat leider die Scheune gefehlt – auch das ist eine denkmalgeschützte Immobilie.
Und wie möchten Sie im Quartier wohnen?
Ein Blick auf den Umriss des zu bebauenden Geländes.
Welche Dienstleistungseinrichtungen fehlen im Bereich Grabenstraße? Die BürgerInnen hatten jede Menge Ideen.

Die Ideen der Bürgerschaft deckten sich in einigen Punkten mit denen des Investors. Lediglich bei der denkmalgeschützten Scheune gibt es Uneinigkeit. Bei den BürgerInnen hatte sich in den vergangenen Monaten eine starke Gegenwehr gegen den geplanten Abriss der denkmalgeschützten Stallscheune geregt – wir haben berichtet. Ein Appell eines Bürgers an diesem Abend an den Investor: “Sie können eine Vorbildfunktion für andere Besitzer alter Häuser sein, wenn Sie die alte Scheune nicht abreißen und wieder herrichten – und außerdem Ihr Image als Hüter des Stadtbildes prägen”. Kim Hasenhündl wollte die Scheune bei der Veranstaltung allerdings nicht zum Thema machen – weil aber die Scheune schon seit Wochen die Gemüter erhitzt, war sie auch an diesem Abend im Gespräch. Ob sie stehenbleiben darf, ist ungewiss. Die W.O. hat einen Gutachter beauftragt, der die Scheune bewerten soll. Die Bürgerschaft wird sich weiterhin für den Erhalt einsetzen, auch wenn dieser zu einem weniger positiven Ergebnis kommen könnte.

Weitere Anregungen aus der Bürgerschaft waren eine stadtbildprägende Architektur für das Quartier vorzusehen. Hasenhündls Antwort: Er habe ein renommiertes Architekturbüro beauftragt und auch dem mobilen Gestaltungsbeirat gegenüber sei er aufgeschlossen. “Ein Architektenwettbewerb könnte Ihnen helfen, die beste Idee zu finden. Mehrere Büros im Wettbewerb sind oftmals kreativer als ein Einzelnes”, kam es aus der Bürgerschaft. Von einem Architektenwettbewerb hält der W.O.-Geschäftsführer an dieser Stelle aber nichts.